Begnadigt

  

Im Jahre 1625 ereignete sich in Italien ein Wunder mit dem Skapulier vom Berge Karmel, das in ganz Italien für höchste Aufregung sorgte und das ausschlaggebend war für eine grosse Popularität des Skapuliers:

  

Im Jahr 1620 wurde Battista Bosio angeklagt, zwei Edelherren ermordet zu haben. Er hatte diese Schandtat im Auftrag seines Herrn ausgeführt. Nach einer gewissen Zeit im Gefängnis bereute er seine Tat und bekehrte sich. Er rief die Muttergottes vom Berge Karmel an und bereitete sich auf den Empfang des Skapuliers vor, in dem er jeden Mittwoch und Samstag im Gefängnis fastete. Während drei Jahren hielt er treu an seinen Vorsätzen. Er bat die Muttergottes vom Berge Karmel, ihn doch aus seinem elenden Zustand zu erlösen.

  

Durch einer seiner Freunde hatte er ein Bild der Skapuliermuttergottes erhalten. Er wurde schliesslich zu Tode verurteilt. Als das Todesurteil gesprochen war, bestand Battista Bosio darauf, das Skapulier zu erhalten. Auf sein Verlangen hin kam der Pater des Karmels in Cremona und legte ihm das Skapulier auf.

  

Das Todesurteil durch Erhängen wurde auf den Samstag, 22. März 1625 festgesetzt. Der Henker band mittels zwei starken Stricken den reuigen Übeltäter fest. Das Gerüst war hoch. Doch der erste Strick brach an mehreren Orten. Nachdem der Henker die Leiter weggezogen hatte, brach auch der zweite Strick. Der reuige Sünder fiel auf den harten Steinboden von der Höhe des Gerüsts. Er verspürte keinen Schmerz.

  

Die Umstehenden bestürmten den offensichtlich von der Muttergottes Beschützten. Mit Rührung erkannten sie ein Eingreifen des Himmels. Der zu Tode Verurteilte wurde begnadigt. Durch dieses Wunder wurde das Skapulier in ganz Italien bekannt und beliebt.